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Was ist eine Burschenschaft ?
Eine Burschenschaft ist eine besondere Art von Studentenverbindung. Ihre jungen Mitglieder sind Studenten die meistens am Anfang ihres Studiums als Mitglieder aufgenommen werden. Die Mitglieder einer Studentenverbindung oder "Korporation" bleiben ihr Leben lang dort Mitglied.
Zunächst tritt man als "Fux" in die Verbindung ein. Während seiner Fuxenzeit, die in der Regel ein bis zwei Semester dauert, lernt der neue Bundesbruder den Bund von innen kennen. Die Fuxenzeit ist eine Probezeit für beide Seiten, in der die Verbindung darüber entscheidet, ob das neue Mitglied zu ihr passt, und das neue Mitglied beurteilen kann, ob ihm die Verbindung wirklich Spass macht. Die Fuxenzeit geht zu Ende, wenn beide Seiten zu der Überzeugung gelangt sind, daß man zueinander paßt und man den Willen hat, sich füreinander einzusetzen.
Erforderlich sind außerdem: Eine abgelegte Burschenprüfung, auf die man vom Fuxmajor vorbereitet wird und in der insbesondere Geschichtswissen und korporative Kenntnisse ( = das Wissen über die Geschichte der eigenen Verbindung und des Verbindungswesens allgemein) gefragt sind, sowie ein Referat zu einem selbstgewählten Thema und eine geschlagene Mensur. Danach ist man als aktiver Bursch bzw. als inaktiver Bursch tätig.
Die aktiven Burschen bilden den Kern der Verbindung, sie tragen die Verantwortung für die Veranstaltungen und das Verbindungsleben und bilden die demokratisch gewählten Führungsgremien der aktiven Burschenschaft. Nach seiner Zeit als aktiver Bursch tritt man etwas zurück und macht im Bund den jüngeren Platz, man wird inaktiviert.
Nach dem Studium (in dieser Zeit ist man "aktives" Mitglied, zunächst Fux, später Bursch) wird man dann "Alter Herr". Diese geben ihre Erfahrungen aus Beruf, Verbindung und Leben dann an die aktiven Mitglieder weiter. Und treffen sich als Freundeskreis regelmäßig, was bei den "normalen" Studenten später kaum vorkommt.
In Verbindungen gilt das Lebensbundprinzip, d.h. junge und alte Burschenschafter, die "Aktiven" und "Alten Herren", bleiben auch nach dem Abschluß des Studiums als "Bundesbrüder" freundschaftlich fest verbunden. Dies führt zu einem ständigen lebendigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen jung und alt.
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Unser Wahlspruch:
Jede Verbindung hat einen Wahlspruch, der von ihren Gründervätern festgelegt wurde. Bei Burschenschaften findet sich sehr oft der Wahlspruch Ehre , Freiheit Vaterland, der die Grundwerte unserer Burschenschaft ausdrückt. Auch unsere Burschenschaft hat sich für den Wahlspruch Ehre, Freiheit, Vaterland entschieden. Die Bedeutung dieses Wahlspruches findet sich nachstehend:
Ehre
Jeder Burschenschafter soll seine Gedanken, sein Reden und Handeln nach den Wertbegriffen der Lauterkeit, Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit ausrichten und mit seiner ganzen Person dafür eintreten, ohne daß er für sich eine besondere, ihn über andere heraushebende Ehrenhaftigkeit in Anspruch nimmt. Die Würde anderer ebenso zu schützen und zu verteidigen wie die eigene ist für den Burschenschafter Ehrenpflicht
Freiheit
Auf dieser moralischen Grundlage der Ehre ist die Freiheit das Ziel, dem das burschenschaftliche Handeln dient. Persönliche, politische und akademische Freiheit können nicht ohne die Freiheit des Geistes und die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Denkens erreicht werden. Hierzu gehören ein offenes Bekenntnis und voller persönlicher Einsatz für die Freiheit. Fehlt es daran, wird Freiheit nicht erreichbar sein, und dort, wo sie besteht, wird sie untergehen. Freiheit erschöpft sich für den Burschenschafter nicht in persönlicher Freiheit, sondern erhält ihre weitere Bedeutung durch die verantwortliche Mitarbeit am Gemeinwesen
Vaterland
Moralische Voraussetzung und grundsätzliche politische Forderung werden im Wahlspruch ergänzt durch die ausdrückliche Verpflichtung zum Einsatz für das Vaterland. Die Deutsche Burschenschaft sieht das deutsche Vaterland unabhängig von staatlichen Grenzen in einem freien und einigen Europa, welches Osteuropa einschließt. Sie setzt sich für eine enge Verbundenheit aller Teile des deutschen Volkes in Freiheit ein. Der Einsatz für das eigene Vaterland gebietet ebenso die Achtung der Freiheit und des Selbstbestimmungsrechtes anderer Völker. Deshalb setzt sich die Deutsche Burschenschaft aktiv dafür ein, daß in einem freien Europa den Angehörigen aller Völker, insbesondere auch allen deutschen Volksgruppen, die uneingeschränkte kulturelle Entfaltung und Selbstbestimmung in anderen Staaten gewährleistet wird.
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Unsere Farben:
Die Konstanzer Burschenschaft Rheno-Alemannia trägt die Farben Schwarz-Rot-Gold als Burschenband und eine schwarze Mütze mit schwarz-rot-goldener Perkussion.
Schwarz -Rot -Gold waren und sind die Farben der 1815 gegründeten und noch heute existierenden Urburschenschaft in Jena. Die damaligern Gründer hatten häufig in den Freikorps gegen Napoleon gekämpft. Das bekannteste Korps war das Lützowsche Freikorps. Deren Uniformen bestanden aus schwarzen Jacken mit goldenen Knöpfen und roten Kragenaufschlägen. Im Angedenken an diese Napoleonischen Kriege wählten die Gründer der Urburschenschaft ihre Farben.
Später wurde Schwarz-Rot-Gold die Fahne des Hambacher Festes 1832, der Revolution 1848 und der ersten deutschen Republik 1918. Die Farben symbolisieren das Bekenntnis zu einem demokratischen Vaterland.
Viele Burschenschaften wählten später bei ihrer Gründung diese Farben. Da wir bei unserer Gründung die erste Hochschulburschenschaft in Konstanz wahren haben wir uns ebenfalls für diese Farben entscheiden.
Unser Zirkel:
Kurz vor dem 19 Jahrhundert begannen die Verbindungen eigene Zirkel zu entwickeln. Sie übernahmen diese Tradition von den freimaurerisch geprägten Orden. Der Zirkel diente dazu, dass sich die Verbindungsangehörigen, auch in Zeiten der Not und Verfolgung erkannten, da sie diesen Zirkel an ihre Unterschrift anfügten.
In unserem Zirkel findet sich die Anfangsbuchstaben unseres Wahlspruches Ehre- Freiheit -Vaterland, sowie das R und A für Rheno-Alemannia. Das Ausrufezeichen bedeutet das die Verbindung noch aktiv ist.
Unser Wappen:
Jede Verbindung verfügt über ein eigenes Verbindungswappen, dass auf der Verbindungsfahne, auf Wappentellern und Postkarten seinen Platz findet.
Unser Wappen symbolisiert folgendes:
Links Oben:
Finden sich unsere Farben Schwarz-Rot-Gold
Links Unten:
Zwischen zwei gekreuzten Mensurschlägern findet sich unser Gründungsdatum
Recht Oben:
Finden sich die Farben bzw. der Wappenschild unserer Universitätsstadt-Konstanz.
Rechts Unten:
Der Baum symbolisiert eine Eiche, die für unser deutsches Vaterland steht.
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Das studentische Fechten
Seit es Studenten gibt ist das Fechten Teil ihrer Geschichte. Die Studenten hatten neben dem Adel und dem Militär als einzige das Recht Waffen zu tragen. Am dem Ende der späten Neuzeit besaßen alle Universitäten privilegierte Fechtmeister und der Besuch des Fechtbodens gehörte schließlich genauso zur studentischen Ausbildung wie der Besuch der Vorlesungen.
Das tragen der Waffe, ein übersteigerter Alkoholkonsum und ein überzogenes studentisches Standesbewusstsein, führten aber schon am Ende des 16 Jahrhunderts zu ständigen Raufereien, vornehmlich unter den Studenten.. Erst zu Beginn des 20 Jahrhunderts entwickelte sich das studentische Fechten wie wir es heute kennen.
Mit einem wilden Duell hat das heutige studentische Fechten nichts mehr gemeinsam.
Innerhalb einer Verbindung werden keine Mensuren ausgetragen, d.h. man ficht immer gegen ein Mitglied einer anderen Verbindung. Nicht die Paukanten, sondern die Fechtwarte der Verbindungen, die in der Regel zu örtlichen Fechtringen zusammengeschlossen sind, vereinbaren (bestimmen) die Mensuren. Dabei werden die erlaubten Hiebe besprochen und die jeweiligen Paukanten nach Hiebhärte, Schnelligkeit und Technik beurteilt, um so ein ebenbürtiges Fechtniveau zu gewährleisten.
Die heutige Mensur entwickelte sich vom früheren Duell hinweg, das Duell gibt es heute nicht mehr. Die heutige Mensur ist im Gegensatz zum Duell nicht verboten, weder staatlich noch kirchlich.
Das Fechten stärkt Selbstbewusstsein und Selbstbeherrschung. Ziel der Mensur ist es, Geistesgegenwart, Standhaftigkeit, Mut, Ausdauer, Gewandtheit, Geschicklichkeit, Fairness und das Einhalten von Regeln zu perfektionieren. Weiterhin hält die Mensur Mitläufer aus den Reihen unserer Verbindungen fern, die möglichst ohne viel eigene Anstrengung und Überwindung die vielfältigen Vorteile einer Korporation nutzen wollen. Die Mensur stärkt das Gemeinschaftsgefühl der Bundesbrüder untereinander.
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